
Buchholz in der Nordheide. Sechs invasive Mückenarten breiten sich seit 2004 in Deutschland aus und können gefährliche Krankheiten übertragen. Darauf wies Dr. Sonja Wolken, Veterinärin beim Landesgesundheitsamt, bei einem Onlinevortrag des Klimaforums Buchholz hin.
Die Expertin warnte besonders vor der Asiatischen Tigermücke, die Dengue, Chikungunya oder das West-Nil-Virus übertragen kann. Die Asiatische Tigermücke ist mit fünf bis acht Millimetern vergleichsweise klein und hat fünf Streifen auf den Beinen. Wolken rief dazu auf, bei dieser äußerst aggressiven und tagaktiven Art vorsichtig zu sein. Die Mücke werde oft mit der ähnlichen, aber deutlich größeren Ringelmücke verwechselt.
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Regentonnen und Gießkannen als Brutstätten
Besonders wohl fühlt sich die Tigermücke in Umgebungen mit Wasseransammlungen. Dazu gehören Regentonnen, Gießkannen, Eimer, Blumentöpfe und deren Untersetzer sowie Vogeltränken. Auch Sandkastenspielzeug, Dekoartikel im Garten, Plastikmüll, verstopfte Regenrinnen und hohle Zaunrohre bieten ideale Brutstätten.
Wolken gab Gartenbesitzern konkrete Tipps zur Vorbeugung. Sie sollten potenzielle Brutstätten beseitigen und Regentonnen mit einem Mückennetz abdichten. Vogeltränken und Planschbecken müssten mindestens einmal pro Woche gereinigt werden. Regen- und Abflussrinnen sollten sauber gehalten werden. Bei Gartenteichen helfe eine naturnahe Gestaltung, da Libellenlarven und Wasserkäfer Stechmückenlarven fressen.
Das niedersächsische Landesgesundheitsamt betreibt an neun Standorten ein aktives Mückenmonitoring mit Stechmückenfallen. Die Veterinärin warb für das passive Monitoring, an dem sich alle Bürger beteiligen können. Wer eine verdächtige Mücke gefangen hat, kann ein Foto per E‑Mail an vektormonitoring@nlga.niedersachsen.de senden.
Die mit dem Klimawandel einhergehenden höheren Temperaturen sowie häufigere stärkere Regenfälle begünstigten die Ausbreitung von Stechmücken, betonte Wolken. Nicht nur die Mücken seien von den Temperaturen abhängig, sondern auch die Erreger, die schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen können. In Süddeutschland habe sich die Asiatische Tigermücke bereits etabliert und rücke nun in Richtung Norden vor. (dh)













