Buchholz in der Nordheide. Ein Abschnitt des Ahornwegs im Bereich der Gedenkstätte und Begegnungsstätte Heideruh soll künftig nach der Familie Jacob benannt werden. Fünf Fraktionen im Buchholzer Rat haben sich auf einen entsprechenden interfraktionellen Antrag verständigt. Bündnis 90/Die Grünen, die Gruppe SPD/Linke, FDP, WIR für Buchholz und die Buchholzer Liste wollen damit das Lebenswerk von Franz, Katharina und Ilse Jacob dauerhaft im öffentlichen Raum sichtbar machen.
Die Geschichte der Familie Jacob ist eng mit Heideruh verbunden. Franz Jacob gehörte zum aktiven Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur. 1944 wurde er von den Nationalsozialisten hingerichtet. Seine Frau Katharina Jacob kämpfte ebenfalls gegen das Regime und überlebte die Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück. Nach dem Krieg engagierte sie sich über Jahrzehnte für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Heideruh. Tochter Ilse Jacob führte dieses Vermächtnis fort und setzte sich mit großem Engagement für demokratische Bildung und Erinnerungskultur ein.
Anlass für die Initiative ist die Gedenk- und Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen von Heideruh. Die Veranstaltung habe eindrucksvoll gezeigt, welche herausragende Bedeutung Heideruh als Ort des Erinnerns, der politischen Bildung und der demokratischen Begegnung besitze.
Ein Zeichen gegen Extremismus
„Mit der Benennung eines Straßenabschnitts nach der Familie Jacob wollen wir nicht nur an drei außergewöhnliche Persönlichkeiten erinnern, sondern zugleich ein deutliches Zeichen für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde setzen”, sagen die Fraktionen gemeinsam. Gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme Positionen wieder an Einfluss gewännen, demokratische Institutionen herausgefordert würden und die Verbrechen des Nationalsozialismus zunehmend relativiert oder verharmlost würden, komme solchen Erinnerungen eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu.
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Die geplante Straßenbenennung sei weit mehr als eine historische Würdigung. Sie ist ein sichtbares Bekenntnis zu den Werten, für die die Familie Jacob eingetreten ist, und ein klares Zeichen gegen Extremismus, Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit. Die gemeinsame Initiative aller Fraktionen unterstreicht: Die Erinnerung an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur ist keine parteipolitische Frage, sondern Ausdruck eines gemeinsamen Verständnisses von Demokratie und der Verantwortung, diese für kommende Generationen zu bewahren und zu verteidigen. (tj)
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