
Buchholz in der Nordheide. Die Stadt Buchholz trauert um Norbert Stein. Der ehemalige Bürgermeister starb in dieser Woche im Alter von 82 Jahren nach schwerer Krankheit. Von 2001 bis 2006 prägte der Sozialdemokrat die Stadtpolitik und engagierte sich bis zuletzt für Buchholz.
Im Jahr 2001 wurde Stein zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt gewählt. Zuvor hatte es stets ein Tandem aus hauptamtlichem Stadtdirektor und ehrenamtlichem Bürgermeister gegeben. Fünf Jahre lang stand der SPD-Politiker an der Spitze der Verwaltung. Er galt als streitbarer Geist, der beharrlich für seine Ideen und Positionen eintrat. Besonders deutlich zeigte sich das bei seiner strikten Ablehnung der Umgehungsstraße Ostring, die er einmal medienwirksam zu Grabe trug.
Auch außerhalb seiner Amtszeit als Bürgermeister blieb Stein der Politik verbunden. Von November 1996 bis Oktober 2001 und erneut von November 2011 bis Oktober 2016 saß er im Buchholzer Stadtrat. Von 2016 bis 2021 war er zudem Mitglied im Kreistag des Landkreises Harburg.
Vielfältiges Engagement für die Stadt
In Buchholz hinterließ Stein in vielerlei Hinsicht Spuren. Als Leiter der Radsportabteilung von Blau-Weiß Buchholz reaktivierte er mit Mitstreitern im Jahr 2013 nach mehrjähriger Pause den Radsportklassiker Großer Preis von Buchholz. Seitdem wird das Rennen wieder jedes Jahr am Himmelfahrts-Donnerstag ausgetragen. Während Initiator Udo Krapf vor allem auf hochkarätige Radsport-Profis setzte, standen bei Stein und seinem Helferteam die besten Radsport-Amateure im Mittelpunkt.
Hoch engagiert war Stein auch in der Segelkameradschaft Buchholz. Unvergessen bleibt eine Anekdote aus dem Jahr 2014, die er im Logbuch der SKB mit einem simplen Puh überschrieb. Der erfahrene Hobbysegler war mit seiner Crew auf der Jubiläumsfahrt als Kapitän mit dem Vereinsschiff Heide-Witzka unterwegs, als dieses mitten auf dem Atlantik in Seenot geriet. Die Crew behielt unter Steins Führung die Nerven und wurde letztlich von einem spanischen Rettungsschiff aus der misslichen Lage befreit.
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Ein weiteres Steckenpferd waren die Städtepartnerschaften der Stadt Buchholz. Mehrfach reiste Stein mit Delegationen nach Canteleu in Frankreich, Wohlau in Polen und Järvenpää in Finnland, um die internationalen Beziehungen zu stärken. Im vergangenen Jahr nahm er noch an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Canteleu teil.
Bis zum vergangenen Jahr war Stein zudem Vorsitzender der Genossenschaft Bürgersolarkraftwerke Rosengarten. Ihm lag der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region sehr am Herzen. Er brachte unter anderem den großen Photovoltaikpark, der gerade in Dibbersen geplant wird, mit auf den Weg.

Weggefährten beschreiben Stein als Menschen mit Ecken und Kanten, der konsequent für seine Positionen eintrat und manchmal auch sturköpfig sein konnte. Dabei stand er für die klassische Sozialdemokratie, was er nach außen mit einem roten Schal oft zeigte. So hart er in der Sache diskutieren konnte, so sehr sei er dem Gegenüber zugewandt und herzensgut gewesen, sagt ein langjähriger Wegbegleiter.
Die Anteilnahme der Stadt gilt den Angehörigen von Norbert Stein. Die Stadt Buchholz wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. (tj)











