Buchholz hat ab 2026 keine Altkleidercontainer mehr

Dieses Bild gibt es ab 2026 nicht mehr: Überfüllte Altkleidercontainer an der Dibberser Straße / Am Stucksberg. Foto: JOTO
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Buchholz in der Nordheide. 41.737 Einwohner und null Altkleidercontainer. Genau das wird ab 2026 in Buchholz wohl Realität sein, bestätigt die Stadt exklusiv gegenüber buchholz-aktuell.de. „Wir gehen davon aus, dass im nächsten Jahr keine Altkleidercontainer mehr aufgestellt sein werden”, sagt Anna Meuche, Pressesprecherin der Stadt. 

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Drei von insgesamt vier Betreibern haben ihre Sondernutzungserlaubnis für 2026 schon jetzt nicht verlängert. Der Vierte reagiert nicht auf Schreiben der Stadt. Eine Frist läuft in zwei Wochen ab. 

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Insgesamt standen in Buchholz einmal 32 Altkleidercontainer. 17 sind bereits verschwunden. Die letzten 15 folgen so wohl bis zum Jahresende. Der Anbieter Loop/Textil-Recycling Nord GmbH wird seine acht Container zum Jahresende zurückgegeben. Das bestätigt Geschäftsführer Nexhip Gjikolli gegenüber buchholz-aktuell.de.

Alles Mögliche wird neben den Containern entsorgt. Foto: JOTO
Alles Mögliche wird neben den Containern entsorgt. Foto: JOTO

„Da die Stadt auf eine Gebühr besteht, ist der wirtschaftliche Betrieb für uns nicht mehr möglich”, sagt Gjikolli. Loop hatte als einziger Anbieter der Stadt angeboten, flächendeckend in ganz Buchholz Altkleidercontainer aufzustellen und die bestehenden Container ab Januar 2026 zu betreiben. 

Wenn die Stadt auf die Gebühren verzichtet. Die Stadt lehnte ab. Seit April 2021 erhebt Buchholz für jeden Altkleidercontainer eine Gebühr von 400 Euro pro Jahr.

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„Viele andere Städte und Gemeinden erlassen uns gerade die Kosten”, sagt Gjikolli. „Wir brauchen ein Entgegenkommen von der Stadt.” Das blieb aus. Wenn die Container erstmal abgebaut seien, will er ohne Bezahlung nicht mehr zurückkommen. 

Zweites Unternehmen leert nicht zuverlässig

Rund um die Sammelstellen vom zweiten verbliebenen Unternehmen türmt sich derweil illegal entsorgter Müll. Die Container laufen ebenfalls über. „Unglaublich, was für Müllsäcke die Leute in die Wallerei schmeißen”, sagt Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU). Am Buchholzer Berg lagen Matratzen und Autoreifen. „Ich verstehe nicht, wie man seinen Mist so entsorgen kann, wo man das im Landkreis bei Nenndorf kostenlos abgeben kann.”

Spendensammlung bringt 100 Euro in drei Stunden

In der Mauerstraße sammelten Bürger innerhalb von drei Stunden fast 100 Euro, um einen Containerdienst zu bezahlen. Für 700 Euro soll eine Firma den illegal entsorgten Müll wegschaffen. Zwischenzeitlich wurde die Aktion wegen rechtlicher Probleme wieder gestoppt. Tüten, Säcke, Hosen, Teller und Tupperdosen türmen sich dort. Eigentlich ist es die Aufgabe vom Containeraufsteller oder je nach Entfernung vom Landkreis oder der Stadt.

In der aktuellen Ratssitzung spielte das Thema Altkleider keine größere Rolle. CDU, Buchholzer Liste, FDP und die fraktionslose Gudrun Eschment-Reichert schrieben einen Antrag, der nicht in der Ratssitzung beraten wurde. Darin wird der Bürgermeister aufgefordert, beim Landkreis auf Verbesserungen zu pochen.

Landkreis plant keinen Ersatz

Hintergrund für die Krise: Der Markt für Altkleider ist zusammengebrochen. Früher konnten 94 Prozent der Kleider verwertet werden, heute müssen 30 Prozent entsorgt werden. Fast Fashion macht neue Kleidung billiger als Recycling. Die internationale Nachfrage ist gesunken, die Kosten steigen.

Der Landkreis Harburg plant bisher keinen Ersatz für die privaten Anbieter, obwohl er rechtlich zuständig ist. Bürger können ihre Altkleider beim Kaufhaus mit Herz oder in Kleiderkammern abgeben, heißt es vom Landkreis. Kaputte Kleidung gehört in den Restmüll. Ein bisschen Bewegung gibt es: Anfang Januar findet ein runder Tisch des Landkreises zum Thema statt. (JOTO)

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