
Buchholz in der Nordheide. Delegierte aus fünf Partnerstädten haben am Sonntag, 31. Mai, in der EMPORE eine gemeinsame Partnerschaftserklärung unterzeichnet. Vertreter aus Canteleu, Wohlau, Järvenpää, Brody und Berdytschiw bekräftigten damit die Verbundenheit ihrer Städte mit Buchholz. Der Festakt bildete den offiziellen Abschluss eines Jubiläumswochenendes, mit dem die Stadt das Bestehen ihrer fünf Städtepartnerschaften feierte, die sich in ihrer Gesamtlaufzeit auf über 100 Jahre summieren.
Die Feierlichkeiten begannen bereits am Samstag, 30. Mai, mit einem Bürgerfest auf dem Peets Hoff. Ab 15 Uhr kamen Besucherinnen und Besucher zusammen, Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse eröffnete die Veranstaltung später offiziell. An Ständen präsentierten die Partnerschaftsvereine Informationen, Spezialitäten und Geschichten aus den Partnerländern. Essensstände versorgten die Gäste.
Auf der Bühne zeigten die Sportakrobatinnen des SV Holm-Seppensen ihr Können. Die Big Band Blue Tones des Gymnasiums Am Kattenberge spielte auf, ebenso wie ein finnisches Tango-Duo und die Gruppe Les Saperlipopettes mit französischen Chansons. Ab 20 Uhr tanzten die Gäste unter den Flaggen der Partnerstädte. Die Stimmung war ausgelassen.
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Völkerverständigung und europäischer Zusammenhalt

Am Sonntag versammelten sich geladene Gäste ab 15 Uhr in der EMPORE. Neben Bürgermeister Röhse hielten der Wohlauer Bürgermeister Dariusz Chmura, Ratsvorsitzender Jarno Hautamäki aus Järvenpää, Franck Confais als Vertreter der Stadt Canteleu, die stellvertretende Bürgermeisterin Olena Petrivska aus Berdyschiw und Bürgermeister Anatolii Belej aus Brody Reden. Auch Vertreterinnen der Generalkonsulate der Ukraine und Polens in Hamburg sprachen. In allen Reden standen Völkerverständigung, Jugendaustausch und europäischer Zusammenhalt im Vordergrund.
Confais betonte die Bedeutung der Partnerschaften in schwierigen Zeiten. „In einer Welt, die von Spannungen und Unsicherheiten geprägt ist, erinnern uns unsere Partnerschaften daran, wie wichtig Dialog, Zusammenarbeit und Brüderlichkeit zwischen den Völkern nach wie vor sind”, sagte Confais. Nun liege es an allen Beteiligten, dieses Erbe an künftige Generationen weiterzugeben, damit diese Verbindungen weiterwachsen und gemeinsame Projekte für die Zukunft tragen.
Die Delegierten aus Berdytschiw und Brody dankten ausdrücklich für die Unterstützung, die Buchholz ihren Städten in schwierigen Zeiten entgegengebracht habe. Erst kürzlich hatte die Freiwillige Feuerwehr Buchholz ein ausgemustertes, aber funktionsfähiges Fahrzeug für die Partnerwehr in Brody an der polnisch-ukrainischen Grenze übergeben - buchholz-aktuell.de berichtete.
Bürgermeister Röhse erinnerte an persönliche Erfahrungen aus Jahrzehnten gelebter Partnerschaft. Dazu gehörten ein Schüleraustausch in Canteleu im Jahr 1980 und das gemeinsame Gedenken mit den Bürgermeistern aus Wohlau und Canteleu am 27. Januar 2020 in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme. Seit April 2022 habe er gemeinsam mit Bürgermeister Chmura Hilfslieferungen an die ukrainische Grenze gebracht.
Röhse verwies zudem auf die aktuelle geopolitische Dimension der Partnerschaften. Finnland gelte heute als Vorbild für Bevölkerungsschutz und gesellschaftliche Resilienz, Polen stehe als Sicherheitsgarant an der NATO-Ostflanke. „Aus der Erinnerung an die gemeinsam durchlebte und durchlittene Geschichte erwächst die Verantwortung für die Zukunft eines Europa in Frieden und Freiheit”, sagte Röhse. Der Austausch mit den Partnerstädten sei deshalb so wichtig.
Die Stadt Buchholz unterhält fünf Städtepartnerschaften. Canteleu in Frankreich ist seit 1975 Partnerstadt, Wohlau in Polen seit 1996 und Järvenpää in Finnland seit 2005. Die Partnerschaften mit Brody und Berdytschiw entstanden 2023 und 2024 vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.
Als Gastgeschenk überreichte die Stadt Buchholz einen Bildband zu 100 Jahren Städtepartnerschaften sowie Bilder, die Schülerinnen mit Motiven der Heide und der Stadt gemalt hatten. (dh)
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