Buchholz diskutierte: Social Media für Jugendliche verbieten?

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Buchholz in der Nordheide. Das Bündnis für Demokratie hat eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Bei der ersten Buchholzer Debatte diskutierten gut fünfzig Menschen über die Frage: Social Media für Jugendliche verbieten? Die Antwort fiel kontrovers aus. Moderator Heinrich Helms fragte zu Beginn, wer für und wer gegen ein Verbot sei. Befürwortung und Ablehnung hielten sich ungefähr die Waage.

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Unter den Gästen waren auch gut ein Dutzend junge Menschen vom Jugendrat und aus oberen Klassen weiterführender Schulen. Ingo Engelmann trug in einem Impulsvortrag Argumente für ein Verbot vor, Daniel Schlüter die dagegen sprechenden. Danach war das Plenum 75 Minuten lang freigegeben für vielfältige, gut durchdachte Argumente und erfahrungsbasierte Standpunkte. 

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In der Diskussion wurde deutlich, dass ein Verbot der Nutzung bestimmter digitaler Plattformen möglicherweise zunächst nützlich sein könne, um erkannten Fehlentwicklungen einen Riegel vorzuschieben. Allerdings müsse ein bunter Strauß weiterer Schritte und Hilfestellungen hinzukommen. Kinder und Jugendliche müssten auf die Herausforderungen der digitalen Welt des Internet vorbereitet werden. Nur dann könnten sie zu selbstbestimmten Nutzern der Medien werden und würden nicht den vielfältigen Verführungen und Verfälschungen zum Opfer fallen.

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Schulen und Eltern oft nicht vorbereitet

Die Debatte machte die Risiken und Gefahren von Internet, Social Media und Künstlicher Intelligenz insbesondere für Jugendliche deutlich. Die Sogwirkung sozialer Medien wie Instagram, TikTok oder Facebook werde von vielen nicht rechtzeitig erkannt. Es sei für sie kaum möglich, sich davor zu schützen. Suchtgefahren würden von den Jugendlichen in der Regel nicht wahrgenommen oder falsch eingeschätzt. Freilich gebe es das auch bei Erwachsenen, nicht zuletzt bei Eltern. Schulen und Elternhäuser seien bisher darauf oft nicht ausreichend vorbereitet.

Ebenso deutlich wurde allerdings, dass es bei dem Thema nicht ausschließlich um den Schutz von Kindern und Jugendlichen gehen könne. Die Medien böten auch die Chance, sich gemeinsam mit den jungen Menschen auf die digitale Welt einzustellen. Entscheidend dabei: Sie bei der Grenzsetzung mitnehmen, statt nur zu verordnen. Hier könnten demokratische Haltungen und Prozesse gelernt werden, indem gemeinsam nach sinnvollen Regeln für den Umgang mit TikTok und Co. gesucht werde. Am Ende des Abends hatten zwar nur wenige Gäste ihre Meinung grundsätzlich geändert. Aber alle waren sich einig, dass sie dazugelernt und ein komplexeres Bild der Auseinandersetzung gewonnen hätten.

Weitere Debatten geplant

Die Buchholzer Debatte wird in unregelmäßiger Folge fortgesetzt. Geplant sind jährlich bis zu drei Veranstaltungen. Das Bündnis für Demokratie freut sich auf Themenvorschläge für weitere Kontroversen per E‑Mail an buendnis-fuer-demokratie-buchholz-idn@gmx.de. (dh)

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