7.500 Wohnungen fehlen im Landkreis Harburg

Wenn Bauen so kinderleicht wäre: Das Bauen von neuen Wohnungen ist im Landkreis Harburg vor allem teuer und kompliziert. Dabei sind neue Wohnungen gerade auch für die Wirtschaft im Kreis Harburg wichtig: „Denn wer arbeiten will, muss sich das Wohnen auch leisten können. Wohnungsknappheit macht am Ende auch den Arbeitsmarkt kaputt“, so der Chef-Ökonom des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Tobias Seifert
Wenn Bauen so kinderleicht wäre: Das Bauen von neuen Wohnungen ist im Landkreis Harburg vor allem teuer und kompliziert. Dabei sind neue Wohnungen gerade auch für die Wirtschaft im Kreis Harburg wichtig: „Denn wer arbeiten will, muss sich das Wohnen auch leisten können. Wohnungsknappheit macht am Ende auch den Arbeitsmarkt kaputt“, so der Chef-Ökonom des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Tobias Seifert
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Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Im Landkreis Harburg fehlen 7.500 Wohnungen. Gleichzeitig stehen 1.640 Wohnungen bereits seit einem Jahr oder länger leer. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Untersuchung des Pestel-Instituts hervor. 

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Die Wissenschaftler haben den Wohnungsbestand, die Bevölkerungsentwicklung sowie Prognosen für Arbeitsmarkt und Beschäftigung im Kreis Harburg analysiert. „Vom Arbeitskräftebedarf über die Geburten bis zu den Sterbefällen: Es wird sich im Kreis Harburg eine Menge tun – und auf dem Wohnungsmarkt tun müssen. Das bedeutet konkret: In den nächsten fünf Jahren müssen rund 2.390 neue Wohnungen im Landkreis Harburg gebaut werden – und zwar pro Jahr”, sagt Matthias Günther.

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Der Chef-Ökonom des Pestel-Instituts hält dieses Wohnungsbaupensum für den Kreis allerdings für nicht machbar. Im ersten Halbjahr dieses Jahres habe es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lediglich 437 Baugenehmigungen für neue Wohnungen im Kreis gegeben. „Das reicht natürlich nicht. Der Neubau von Wohnungen im Kreis Harburg läuft mit angezogener Handbremse”, sagt Günther.

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Experte fordert günstiges Baugeld

Für den Leiter des Pestel-Instituts gibt es vor allem ein effektives Instrument: „Dringend notwendig ist günstiges Baugeld. Der Bund muss ein Zins-Programm auflegen: Maximal zwei Prozent Zinsen – teurer darf die Finanzierung beim Wohnungsbau nicht sein”, ist der Chef-Ökonom überzeugt. Mit einem Niedrigzins-Baugeld würde der Bund einen wirklichen Turbo für den Neubau von Wohnungen starten.

Die Wissenschaftler haben die Analyse im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel durchgeführt. Dessen Präsidentin Katharina Metzger kritisiert: „In Sachen Wohnungsbau passiert bei der neuen Bundesregierung zu wenig. Nur das Schlagwort Wohnungsbau-Turbo geistert seit Monaten durch die Republik. Doch von einem Turbo kann keine Rede sein.” Die Maßnahmen wirkten nur mittel- bis langfristig.

Bürokratieabbau als Lösung

Metzger fordert: „Es ist höchste Zeit, dass Bundeskanzler Merz den Wohnungsbau jetzt zur Chefsache macht.” Passiere nichts, dann sacke der Neubau weiter ab. Schon jetzt verliere der Bau Tag für Tag Kapazitäten. Bauunternehmen gingen in die Insolvenz, Bauarbeiter verlören ihre Jobs.

Das Pestel-Institut unterstreicht: Deutschland müsse dringend wieder einfacher bauen. „Wenn der Bund alle Auflagen und Vorschriften der letzten zehn Jahre komplett zurücknehmen würde, dann könnten im Kreis ziemlich schnell wieder deutlich mehr und deutlich günstigere Wohnungen gebaut werden”, sagt Günther. Vor allem völlig überzogene Energiespar-Auflagen beim Neubau hätten unterm Strich für die Umwelt wenig gebracht, das Wohnen aber enorm viel teurer gemacht. (dh)

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