
Buchholz in der Nordheide/Landkreis Harburg. Im Landkreis Harburg sind zum Start des neuen Ausbildungsjahres noch 446 Ausbildungsplätze frei. Darunter bieten Hotels, Restaurants und Gaststätten 22 Plätze an. Die Lebensmittelindustrie sucht 15 Auszubildende, Bäckereien haben noch sechs freie Stellen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen.
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„Wer noch keine Ausbildung hat, sollte die nächsten Wochen als Startphase ins Berufsleben nutzen”, sagt Steffen Lübbert, Geschäftsführer der NGG Lüneburg. Die meisten Betriebe seien flexibel. Die Ausbildung müsse nicht pünktlich am 1. August anfangen. Auch im September und selbst im Oktober gehe oft noch etwas. Lübbert rät Jugendlichen, nicht auf Gelegenheitsjobs zu setzen, sondern auf einen Ausbildungsvertrag.
„Wer sich in Betrieben später weiterentwickeln will, der braucht eine solide Ausbildung als Fundament. Die drei Jahre Ausbildung sind gut investiert”, sagt Lübbert.
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Worauf Azubis achten sollten
Entscheidend sei allerdings, beim Ausbildungsbetrieb genau hinzugucken. „Das Geld, das ein Azubi verdient, muss passen. Dabei ist es wichtig, sich für einen Betrieb zu entscheiden, der Tariflöhne zahlt”, sagt Lübbert. Außerdem sollten Auszubildende darauf achten, dass es eine Jugend- und Auszubildendenvertretung gebe.
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) sei eine Art „Jugend-Betriebsrat”, der sich für die Interessen der jungen Belegschaft stark mache. „Der ist wichtig, damit Auszubildende nicht ausgenutzt werden. Denn was bringt es, wenn man mit Arbeiten zugeschüttet wird, die mit der Ausbildung selbst wenig oder nichts zu tun haben?”, sagt Lübbert. Die JAV achte zum Beispiel darauf, dass es einen Rahmenplan für die Ausbildung gebe.
Praxisbeispiel Bäckerei
Angehende Bäckereifachverkäuferinnen sollten darauf achten, nicht nur „zum Brötchenschmieren im Hinterzimmer” abgestellt zu werden. „Sie müssen vor allem in den Verkauf und an die Kasse. Denn zur Ausbildung für eine Bäckereifachverkäuferin gehört auch der kaufmännische Teil”, sagt Lübbert.
Teilzeit als Option
In vielen Fällen sei nach Absprache mit den Betrieben auch die sogenannte Teilzeitausbildung möglich. Die wöchentliche Zeit im Betrieb werde dabei reduziert und die Ausbildungsdauer insgesamt verlängert. Gerade für junge Menschen, die Kinder haben oder Angehörige pflegen, könne das hilfreich sein. „Vielen ist die Möglichkeit der Teilzeitausbildung gar nicht bekannt. Dabei ist das ein prima Mittel, um dem Nachwuchsmangel entgegenzuwirken”, sagt Lübbert. (dh)
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