
Buchholz in der Nordheide. Im Stadthaushalt sind seit 2025 jährlich bis zu 150.000 Euro für einen Sicherheitsdienst in der Obdachlosenunterkunft an der Bremer Straße fest eingeplant. In der Unterkunft selbst war aber dannach ein Security-Dienst bis heute nicht im Einsatz. Ein Teil des Geldes wird stattdessen für den Sicherheitsdienst im Rathaus genutzt.
Im November 2024 beschrieb Jörg Karstens, Leiter des Fachbereichs Kinder, Bildung und Soziales, im Ausschuss für Soziales eine angespannte Lage in der Unterkunft.
„Wir haben sehr viele Polizeieinsätze und Vandalismusschäden. Auch Fremdschläfer sind ein Problem”, sagte er. Die Ankündigung war klar: Die Stadt plane einen dauerhaften Sicherheitsdienst für die Abend- und Nachtstunden. Für die Jahre 2025 und 2026 wurden jeweils 150.000 Euro in den Haushalt eingestellt.
Schon zu diesem Zeitpunkt lag der letzte Einsatz eines Sicherheitsdienstes in der Unterkunft mehrere Monate zurück. Von November 2023 bis Januar 2024, also rund zwölf Wochen, war ein Dienst dort tätig. Seitdem nicht mehr. Als der Haushaltsansatz dann feststand, hatte sich die Situation laut Pressesprecherin Anna Meuche bereits weiter beruhigt. „Durch den Wegzug einiger Nutzer entspannte sich die Lage so, dass bislang kein weiterer Einsatz eines Sicherheitsdienstes in der Obdachlosenunterkunft erforderlich wurde”, sagt sie.
Geld eingeplant, Zweck entfallen
Parallel dazu spitzte sich die Lage im Rathaus zu. Nach einem tätlichen Angriff auf einen 64-jährigen Mitarbeiter im September 2025 führte Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) einen Sicherheitsdienst ein. Die Stadt erklärte damals gegenüber buchholz-aktuell.de, das Geld stamme aus dem Budget für die Obdachlosenunterkunft und der Dienst dort werde dadurch nicht eingeschränkt. Was dabei unerwähnt blieb: Einen laufenden Sicherheitsdienst in der Unterkunft gab es zu diesem Zeitpunkt gar nicht.
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5.000 Euro pro Monat kostet der Sicherheitsdienst im Rathaus wie buchholz-aktuell.de im November 2025 berichtete: Türen bleiben zu: Security auf unbestimmte Zeit im Buchholzer Rathaus. Nach dem tätlichen Angriff sind die Eingänge des Rathauses verschlossen. Wer außerhalb der Öffnungszeiten des Bürgerbüros einen Termin hat, muss klingeln und wird abgeholt.
Das Budget, das ursprünglich für die Obdachlosenunterkunft gedacht war, trägt nun diesen Dienst. Im Nachtrag zum Haushalt 2026, den der Rat im Februar verabschiedete, wurde die Haushaltsstelle nicht angetastet. Formal heißt sie im ursprünglichen Haushaltsbeschluss noch immer „Kosten Sicherheitsdienst Unterkünfte Wohnungslose”. „Im Nachtrag wurde diese Position nicht angepasst, da das Budget ‘Sicherheitsdienst’ von einem zum anderen Objekt übertragbar ist”, erklärt Meuche.
Positiv, präventiv und gerade erst gebraucht
Dass der Sicherheitsdienst im Rathaus seinen Zweck erfüllt, stehe außer Frage, heißt es aus dem Rathaus. Noch in der vergangenen Woche musste er eingreifen, als ein Besucher aggressiv wurde. Die Bilanz fällt nach Einschätzung der Stadt gut aus: Der Dienst stärke das Sicherheitsgefühl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wirke vor allem präventiv. Einen Polizeieinsatz habe es deshalb bislang nicht gebraucht.
„Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewaltbereitschaft und Distanzminderung einiger weniger Bürgerinnen und Bürger ist es absolut sinnvoll, den Sicherheitsdienst einzusetzen”, sagt Meuche. Für das Haushaltsjahr 2026 sei das Budget gesichert, der Einsatz solle zunächst auf unbestimmte Zeit weitergehen. (JOTO)
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