Tödlicher Unfall: 70 Weller demonstrieren an B3 für mehr Sicherheit

„Jürgen fehlt" steht auf Schildern an der B3 in Welle. Drei Tage nach dem tödlichen Unfall demonstrieren Anwohner für Tempo 50 und eine Ampel. Foto: JOTO

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Buchholz in der Nordheide/Welle. Auf hölzernen Pappschildern stehen zwei Worte: „Jürgen fehlt”. Daneben ein Holzkreuz im Gras, davor Blumen und Kerzen. Am Montagabend stehen mehr als 70 Menschen aus Welle am Straßenrand der Bundesstraße 3. Sie fordern eine sichere Querung und langsameren Verkehr. Drei Tage zuvor ist an genau dieser Stelle ihr Nachbar gestorben.

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Am Freitag wollte Jürgen gegen 15.15 Uhr die B3 auf Höhe der Straße Am Kamp überqueren. Dort kreuzt der Fußweg die Bundesstraße. Es gilt Tempo 70. Ein Volkswagen erfasste den Fußgänger. Er wurde gegen die Windschutzscheibe geschleudert und stürzte zu Boden. Trotz sofortiger Hilfe starb der Mann noch am Unfallort. 

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Für Michaela Bachorz ist der Tote kein Fremder. Es war ihr Nachbar. Ihr Mann leistete nach dem Unfall erste Hilfe. Bachorz kämpft nach eigenen Worten seit 2011 für eine sichere Straße. Damals waren ihre Kinder klein, heute sind sie 17 und 18 Jahre alt. „Der Verkehr nimmt zu”, sagt sie. „Die Stelle ist nicht gut einzusehen.”

Am Freitag kam es zu dem tödlichen Unfall. Foto: JOTO
Am Freitag kam es zu dem tödlichen Unfall. Foto: JOTO

Seit 30 Jahren ohne Erfolg

Gerd Schröder, ehrenamtlicher Bürgermeister der 1200 Einwohner Gemeinde, hatte die Anwohner am Montagabend eingeladen. Das Ziel: Tempo 50 statt Tempo 70 und eine Ampel für die Querung. Über 70 Menschen sind gekommen. „Das freut mich sehr”, sagt Schröder. Dann hält er inne. „Von Freude kann man nicht sprechen, aber es ist alles tragisch.” Mit den Behörden ringt die Gemeinde nach seinen Worten seit mindestens 30 Jahren. „Schon mein Vorgänger hat oft interveniert und leider nichts erreicht”, sagt Schröder.

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Marlen Trömel kennt die Gefahr aus eigener Erfahrung. Ihre Kinder gehen zum Sportplatz auf der anderen Seite. Allein über die Straße dürfen sie nicht. „Ich sag immer: Ihr dürft erst ab 18 hier rüber, weil das so gefährlich ist”, sagt sie. Sie selbst sei einmal fast erfasst worden. Ein Auto habe sie durchgelassen, dann sei von hinten ein anderes zum Überholen angesetzt. „Was ich richtig gut finden würde, ist ein Blitzer”, sagt Trömel.

Neubaugebiet verschärft Lage

Als Grund für die Ablehnung heißt es laut Schröder von den zuständigen Behörden, der Verkehr auf Bundesstraßen müsse möglichst flüssig bleiben. Mit Geschwindigkeitsbegrenzungen werde deshalb sehr sparsam umgegangen. Nach der reinen Definition liege man etwas außerhalb, räumt Schröder ein. Doch die Sportanlagen, der Friedhof und das Wohngebiet grenzten direkt an.

Die Nachbarschaft diskutiert das Thema in WhatsApp-Gruppen, sagt Lynn Bachorz. Besonders groß sei die Sorge wegen eines Neubaugebiets nahe der Unfallstelle. Dort würden bald viele Familien mit Kindern einziehen. (JOTO)

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