
Buchholz in der Nordheide/Sprötze. Nachdem mehr als 1.000 Reisende am Montagnachmittag aus einem Metronom-Zug und einem ICE in Sprötze evakuiert worden, richteten Rettungskräfte am Edeka Markt Schreiber in Sprötze eine Betreuungsstation ein. Hier werden die gestrandeten Fahrgäste vom Deutschen Roten Kreuz und den Johannitern versorgt. Der örtliche Supermarkt spendete rund zwei Paletten Wasser für die Reisenden.
Auf dem Edeka Parkplatz entstand ein provisorischer Busabfahrtsplatz sowohl für Metronom-Reisende mit Ziel Buchholz als auch für Fahrgäste der Deutschen Bahn, die nach Hamburg wollten. Mehrere Hundert Fahrgäste warteten am Nachmittag noch auf Ersatzbusse nach Hamburg. Die Stimmung unter den Reisenden blieb trotz der Umstände ruhig.
Auslöser für die Evakuierung waren eine Oberleitungsstörung und ein Böschungsbrand bei Sprötze zwischen Tostedt und Buchholz wie buchholz-aktuell.de berichtete: Metronom mit 640 Fahrgästen Höhe Sprötze evakuiert: Zugstrecke gesperrt. Die Strecke musste gesperrt werden, um die Reparaturarbeiten durchzuführen und den Brand zu löschen.
Edeka hilft mit Wasser, Schatten und Parkplatz
Michael Maack von Edeka Schreiber wohnt direkt gegenüber des Supermarkts. Er rief kurzerhand seinen Chef an, und fragte, ob er helfen könne. Dieser entschied sofort die Reisende mit Wasser zu versorgen. „Wir sind eine Dorfgemeinschaft. Da hilft man untereinander,” sagt Maack. Auch für genügend Sitzmöglichkeiten und schattige Plätze ist auf dem Supermarkt Platz gesorgt.

Die Leitung über den Einsatz vor Ort hat Niklas Lübbe, Leiter der Kreisbereitschaft des Deutschen Kreuz. „Wir haben rund 1.000 gestrandete Zuggäste betreut. Außerdem konnten wir einen Rundverkehr mit Bussen aufbauen”, sagt Lübbe. Auch die Toiletten des Supermarkt konnten genutzt werden. „Die Zusammenarbeit mit dem Supermarkt ist ganz wunderbar”, fasst Lübbe zusammen.

Der Zugverkehr konnte inzwischen teilweise wieder aufgenommen werden. Die Züge können den betroffenen Streckenabschnitt auf den verbleibenden Gleisen mit reduzierter Geschwindigkeit passieren. Das Außengleis bleibt weiterhin gesperrt. Dort befindet sich auch weiterhin der Zug, der während der Störung und des Böschungsbrandes evakuiert werden musste.

Durch die rund dreistündige Streckensperrung kommt es auch in den kommenden Stunden weiterhin zu Verspätungen und einzelnen Teilausfällen bei Fahrten der Metronom-Linien RE4 und RB41 auf der gesamten Strecke, bis sich der Betrieb wieder vollständig stabilisiert hat. Reisende müssen sich daher weiterhin bis in die späten Abendstunden auf Beeinträchtigungen im Zugverkehr einstellen.
Fahrgäste werden demnach gebeten, sich weiter vor Fahrtantritt über ihre aktuelle Verbindung zu informieren. (JOTO/tj)
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