
Buchholz in der Nordheide/Jesteburg. Das Museum Kunststätte Bossard hat einen Tagungsband zur Vermittlung schwierigen Erbes veröffentlicht. Der rund 150 Seiten umfassende Band dokumentiert die Ergebnisse einer zweitägigen Fachtagung aus dem Januar 2025. Hintergrund ist eine Neubewertung des Museums nach Forschungen des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin in den Jahren 2022 und 2024.
Die Kunststätte Bossard erfährt seither neben ihrer kunsthistorischen Bedeutung eine Einordnung als Ort mit kontroversem Erbe. Daraufhin startete das Projekt „Neustart Kunststätte Bossard” mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Im Rahmen dieses Projekts richtete das Museum zusammen mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der TU Braunschweig die Fachtagung „Herausforderndes Vermitteln” aus.
Expertinnen und Experten aus Museum, Forschung und Denkmalpflege präsentierten konkrete Lösungsansätze von Szenografie über digitale Modellierung bis zu neuen Vermittlungskonzepten für Orte mit unbequemer Geschichte.
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„Solche Tagungsveranstaltungen sehen wir als eine Voraussetzung, um eine nachhaltige Überlieferung unseres baulichen Erbes sicher zu stellen”, sagt Dr.-Ing. Christina Krafczyk, Präsidentin des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege. Dies gelte für alle aussagekräftigen baulichen Dokumente der Geschichte und auch für Baudenkmale, die im Kontext völkischer Ideologie stehen.
„Sie weisen in ihrer Präsenz öffentlich auf unsere Geschichte”, sagt Krafczyk. Museumsleiterin Heike Duisberg-Schleier betont die Bedeutung des fachlichen Austauschs. „Der Austausch mit Fachkolleginnen und Fachkollegen hat insbesondere in den letzten Jahren an Intensität zugenommen und hilft uns, neue Impulse nicht nur für die Vermittlung, sondern auch für die gesamte Museumsarbeit zu finden”, sagt Duisberg-Schleier.
Ein Großteil der Museen beschäftige sich mittlerweile mit unbequemen oder dissonanten Themen. Der Tagungsband enthält Vorworte von Landrat Rainer Rempe, Krafczyk und Duisberg-Schleier. Das Buch kostet 18 Euro und ist im Museumsshop des Museum Kunststätte Bossard sowie unter www.bossard.de erhältlich. (dh)










