Mit Strom gegen invasive Pflanze im Kleckerwald

Die invasive Pflanzenart aus Ostasien verdrängt heimische Pflanzen und wird nun mit bis zu 5000 Volt bekämpft. Von links: Unternhemer Jakob Bothe mit E-Lanze und Revierleiter Clausius Fricke. Foto: Niedersächsische Landesforsten
Die invasive Pflanzenart aus Ostasien verdrängt heimische Pflanzen und wird nun mit bis zu 5000 Volt bekämpft. Von links: Unternhemer Jakob Bothe mit E-Lanze und Revierleiter Clausius Fricke. Foto: Niedersächsische Landesforsten

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Buchholz in der Nordheide. Mit einer Elektrolanze gehen die Niedersächsischen Landesforsten gegen eine hartnäckige Problempflanze vor. In der Revierförsterei Kleckerwald des Forstamtes Sellhorn wird derzeit ein innovatives Verfahren zur Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs erprobt. Das Unternehmen Böse-Blumen aus Empelde bei Hannover wurde mit den Arbeiten beauftragt. Die Methode kommt ohne Pflanzenschutzmittel aus und wirkt gezielt gegen die unerwünschte Pflanze.

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Der Japanische Staudenknöterich stammt aus Ostasien und breitet sich seit einigen Jahren entlang von Straßenrändern und an Übergängen zur angrenzenden Bebauung aus. Inzwischen hat er auch den Kleckerwald erreicht. „Der Japanische Staudenknöterich zählt zu den problematischsten invasiven Pflanzenarten in Mitteleuropa. Er bildet dichte Bestände, verdrängt heimische Pflanzen und verändert dadurch ganze Lebensräume. Deshalb ist ein frühzeitiges Eingreifen besonders wichtig”, sagt Revierförster Claudius Fricke. Fachlich begleitet werden die Arbeiten von Fricke sowie Nils Mischke, Förster für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Sellhorn. 

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Die Elektrolanze arbeitet nach dem Prinzip der elektrophysikalischen Pflanzentötung. Über eine Handlanze wird Strom direkt in die Pflanze geleitet. Eine im Boden verankerte Bezugselektrode schließt dabei den Stromkreis. Die elektrische Energie erhitzt das Wasser in den Pflanzenzellen innerhalb kürzester Zeit. Dadurch wird die Zellstruktur zerstört. Die Wasserversorgung der Pflanze bricht vollständig zusammen und sie stirbt ab.

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Mehrere Behandlungen notwendig

Der Japanische Staudenknöterich bildet ein besonders tiefreichendes und widerstandsfähiges Rhizomgeflecht. Deshalb werden Spannungen von bis zu 5.000 Volt eingesetzt, um auch die unterirdischen Pflanzenteile nachhaltig zu schädigen. Je nach Entwicklungsstand der Bestände sind mehrere Behandlungen erforderlich, bis die Pflanze vollständig abgestorben ist.

Gegenüber mechanischen Verfahren wie regelmäßigem Mähen oder dem Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bietet die Elektrolanze mehrere Vorteile. Benachbarte Pflanzen werden nicht geschädigt, Insekten bleiben unbeeinträchtigt und es gelangen keine Herbizidrückstände in den Boden oder das Grundwasser. Damit stellt das Verfahren eine besonders umweltschonende Alternative für sensible Waldstandorte dar.

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Gartenabfälle als Ursache der Ausbreitung

Die Niedersächsischen Landesforsten weisen darauf hin, dass die Ausbreitung invasiver Pflanzenarten in vielen Fällen vom Menschen verursacht wird. Häufig gelangen Pflanzen wie der Japanische Staudenknöterich über unsachgemäß entsorgte Gartenabfälle in die freie Landschaft. Bereits kleinste Wurzel- oder Sprossstücke reichen aus, damit sich die Art an einem neuen Standort dauerhaft etabliert. „Was viele für harmlose Grünabfälle halten, kann für unsere heimischen Wälder erhebliche Folgen haben. Deshalb bitten wir eindringlich darum, Gartenabfälle ausschließlich über die vorgesehenen Entsorgungswege zu beseitigen”, sagt Förster Mischke.

Das Ablagern von Gartenabfällen im Wald oder in der freien Landschaft ist in Niedersachsen verboten. Garten- und Grünabfälle gelten rechtlich als Abfall und müssen ordnungsgemäß über die kommunalen Entsorgungseinrichtungen oder die Biotonne entsorgt werden. Wer Gartenabfälle unerlaubt im Wald ablädt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach dem Kreislaufwirtschaftsrecht sowie den abfallrechtlichen Vorschriften Niedersachsens und muss je nach Umfang und Einzelfall mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Neben der unerlaubten Abfallentsorgung können dadurch auch erhebliche Schäden an Natur und Waldökosystemen entstehen, wenn sich invasive Pflanzenarten unkontrolliert ausbreiten. (dh)

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