
Buchholz in der Nordheide. Kurz vor 8 Uhr morgens wird es eng an der Kreuzung Bremer Straße und Sprötzer Weg. Autos stauen sich, wollen abbiegen. Mittendrin: der rot markierte Radweg. Radfahrer und Fußgänger warten vergeblich, Fahrzeuge blockieren die Querung.
Manche zwängen sich vorbei, andere weichen auf die Fahrbahn aus. Was hier täglich passiert, hat nun ein Gutachten schwarz auf weiß dokumentiert: Diese Kreuzung braucht eine Ampel.
Eigentlich sollte die Untersuchung der „Wasser- und Verkehrs-Kontor GmbH” nur klären, ob der Verkehr eine neue Kita und einen größeren Discountmarkt am Sprötzer Weg verkraftet. Doch dann entdeckten die Gutachter nebenbei: Die Kreuzung zur Bremer Straße ist jetzt schon gefährlich und das unabhängig von den Bauplänen.
Die Hauptprobleme treten morgens im Berufs- und Schulverkehr zwischen 7.30 und 8 Uhr auf. Viele Autos biegen von der Bremer Straße links in den Sprötzer Weg ab. Gleichzeitig wollen Fahrzeuge vom Sprötzer Weg nach rechts auf die Bremer Straße. Dazu kommen zahlreiche Radfahrer und Fußgänger. Oft Schüler auf dem Weg zum Schulzentrum Am Kattenberge.
Der Verkehr fließt nur stockend, manchmal staut es sich bis zur nächsten Kreuzung am Seppenser Mühlenweg zurück. Zum Schulschluss wiederholt sich das Bild.
Radfahrer tauchen zu spät auf
Besonders tückisch: Radfahrer, die auf dem Geh- und Radweg in beide Richtungen fahren dürfen, werden von abbiegenden Autofahrern oft erst spät gesehen. Die Gutachter sprechen von einer „niedrigen Verkehrssicherheit”. Im Unfallatlas der Statistischen Ämter stehen für die vergangenen Jahre mehrere Unfälle mit Verletzten an dieser Stelle. Zwar gilt die Kreuzung nicht als offizieller Unfallschwerpunkt, doch oft verhindert aktuell nur der Zufall einen schwereren Unfall.

Täglich rollen hier aktuell 8.400 Fahrzeuge über die westliche Bremer Straße, 7.100 über den Sprötzer Weg und 13.000 über die östliche Bremer Straße. Bis 2035 rechnen die Gutachter mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 13.500 Fahrzeuge östlich der Kreuzung. Die geplante Kita und der Discountmarkt würden in der Spitzenzeit etwa 20 Fahrzeuge pro Stunde dazu bringen, rechnerisch eines alle drei Minuten.
Klare Empfehlung: Ampel muss her
Die Lösung sehen die Gutachter in einer Ampel. Sie würde nicht nur den Verkehrsfluss verbessern, sondern vor allem Radfahrer und Fußgänger schützen. Auch das Überqueren der Bremer Straße wäre dann sicherer möglich. Wichtig sei die Abstimmung mit den benachbarten Ampeln am Steinbecker Mühlenweg und dem Seppenser Mühlenweg, damit sich der Verkehr nicht noch mehr staut.
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Im Buchholzer Rathaus kennt man die schwierige Situation. „Für eine bessere Sichtbarkeit haben wir den Radweg im April 2024 rot markiert”, sagt Pressesprecherin Anna Meuche. Eine Ampel sei derzeit jedoch nicht geplant.
Verschärft wird die Lage durch ein weiteres Bauvorhaben: Nördlich der Kreuzung sollen 500 neue Wohnungen entstehen. Noch mehr Verkehr also an einer Stelle, die schon heute an ihre Grenzen stößt. Die Gutachter betonen allerdings: Die Sicherheitsprobleme bestehen bereits jetzt. Die Ampel sei nicht wegen der Kita oder des Supermarkts nötig, sondern wegen der grundsätzlich gefährlichen Situation. (JOTO)











