Streit um Alkoholverbot in Buchholzer Innenstadt: Mehrheit der Parteien dagegen

Der Bahnhofsvorplatz am Kabenhof in der Nacht. Symbolfoto: JOTO
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Buchholz in der Nordheide. Die SPD-Fraktion im Buchholzer Stadtrat positioniert sich klar gegen den Verwaltungsvorschlag zur Einführung einer Alkoholverbotszone in der Innenstadt. Michael Gerke (SPD) bezeichnet die geplante Maßnahme als reine Symbolpolitik. Auch andere Parteien lehnen im Vorfeld den Beschluss ab. 

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Der Verwaltungsvorschlag sieht vor, den Alkoholkonsum in Teilbereichen der Innenstadt zu verbieten. Betroffen wären insbesondere die Bereiche um den Kabenhof und den PeetsHoff. Die Begründung für diese Maßnahme stütze sich weniger auf tatsächliche Vorfälle, sondern vielmehr auf ein subjektives Unsicherheitsgefühl der Bürger. 

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„Ein Alkoholverbot an einem Ort löst keine sozialen Probleme, sondern verlagert sie lediglich”, sagt Gerke. Er warnt davor, dass sich die betroffenen Personengruppen in weniger kontrollierbare Bereiche zurückziehen könnten.

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Ablehnend gegenüber des generellen Alkoholverbots ist auch die Buchholzer Liste. „Wir möchten keine Ausgrenzung sondern denken, dass man auf Menschen zugehen muss, um geeignete Maßnahmen zu finden”, erklärt Grit Weilland auf Nachfrage von buchholz-aktuell.de. Verbotszonen halte sie weder für praktikabel, noch für rechtlich durchsetzbar. 

Polizeistatistik zeigt keine Auffälligkeiten

Seit Jahren verzeichnet die Polizeistatistik konstant niedrige Fallzahlen in den betroffenen Bereichen. buchholz-aktuell.de berichtete hier. Die geplante Verbotszone würde etwa 1,5 Prozent der Stadtfläche umfassen.

Alternative Lösungsansätze

Die SPD-Fraktion setzt auf andere Maßnahmen. „Sicherheit entsteht nicht durch Wegsehen oder Wegsperren, sondern durch Nähe, Verständnis und konsequentes Handeln”, sagt Gerke. Seine Fraktion favorisiert gezielte Präventionsarbeit, verstärkte Präsenz von Ordnungskräften und den aktiven Dialog mit Jugendlichen.

Hier würde die Alkoholverbotszone gelten. In Dunkelblau die neuen Bereiche. Grafik: JOTO
Hier würde die Alkoholverbotszone gelten. In Dunkelblau die neuen Bereiche. Grafik: JOTO

Die Sozialdemokraten haben bereits angekündigt, dem Antrag im Rat der Stadt Buchholz nicht zuzustimmen. Sie setzen stattdessen auf ein ganzheitliches Konzept, das auch sozialpädagogische Angebote und Streetwork umfasst. 

FDP: Streetwork und Sozialabreiter

Die FDP in Buchholz möchte den Antrag zum Alkoholverbot ergänzen. Im Vordergrund stehen auch hier soziale Aspekte, wie die Suchtprävention, die Arbeit vor Ort durch Streetwork und aufsuchende Sozialarbeiter sowie niedrigschwellige Aufenthaltsangebote. Auch hierfür liegt ein entsprechender Antrag im kommenden Stadtrat vor. 

Genau so einen Maßnahmenkatalog möchten die Buchholzer Grünen vorziehen. Sonja Hesse: „Wir sollten erst die sozialen Maßnahem evaluieren”, sagt sie gegenüber buchholz-aktuell.de und lehnt damit den Verwaltungsbeschluss ebenfalls ab. 

CDU will dramatischen Auswüchsen entgegenwirken

Die Buchholzer Christdemokraten stehen hinter dem generellen Alkoholverbot. „Es ist richtig und wichtig den Beschluss zu unterstützen”, erklärt Stefan Menck von der Buchholzer CDU. „Losgelöst von der Polizeistatistik gibt es ein subjektives Unwohlgefühl. Wir brauchen ein Instrument, um den dramatischen Auswüchsen entgegen zu zu wirken. Es geht nicht darum einzelne Trinker zu diffamieren.”

Entschieden wird über das Alkoholverbot auf der kommenden Stadtrat Sitzung am kommenden Montag, 29. September ab 19 Uhr in der Empore. (tj/JOTO)

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