Buchholz in der Nordheide. Etwa 500 neue Wohnungen könnten am westlichen Stadteingang von Buchholz entstehen. Die Stadtverwaltung stellt jetzt zwei Rahmenplanentwürfe für das Gebiet „Stadteingang West” an der Bremer Straße vor. Das Projekt umfasst Flächen auf beiden Seiten der Straße und soll verschiedene Wohnformen von Mehrfamilienhäusern bis zu Einfamilienhäusern bieten.
„Wir haben Wohnraumbedarf in allen Bereichen”, sagt Dirk Hirsch, Erster Stadtrat, im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität. Besonders bezahlbarer und geförderter Wohnraum sei gefragt. Ein Großteil der geplanten Flächen befindet sich in städtischem Eigentum, was der Stadt mehr Einfluss auf die Entwicklung gibt.
Die beiden vorgestellten Varianten unterscheiden sich hauptsächlich in der Erschließung und den Aufbau der Straßen. Variante 1 sieht eine Kreuzung vor, Variante 2 einen Kreisverkehr an der Bremer Straße. Beide Entwürfe beinhalten Mehrfamilienhäuser, Reihen‑, Doppel- und Einfamilienhäuser sowie Grünflächen. Eine Kindertagesstätte ist ebenfalls eingeplant.
Standortvorteil für Wirtschaft
„Wir halten die Lage für sehr gut”, sagt Hirsch. In der Nähe befinden sich Gewerbegebiete, darunter der Trelder Berg. Angesichts des hohen Fachkräftemangels seien Wohnungen nötig, um den Wirtschaftsstandort zu stärken.
Buchholz sei eine Auspendlerstadt, Fachkräfte finde man nicht mehr vor Ort. Es fehle aber an bezahlbarem Wohnraum. Örtliche Gewerbetreibende wollten bereits Wohnungen an ihre Mitarbeiter vermieten, so Hirsch.

Mit der geplanten Einbindung der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft für den Landkreis Harburg könne zum Teil bezahlbarer Wohnraum für neun bis zehn Euro Kaltmiete pro Quadratmeter entstehen. „Das kriegt man woanders nicht”, sagt Hirsch.
Kritik an der Außenentwicklung
Grit Weiland (Buchholzer Liste) kritisiert die Pläne und verwies auf das Prinzip „Innenentwicklung vor Außenentwicklung”. Sie listet bereits laufende Wohnbauprojekte auf: „Wir haben viel in der Pipeline, neue Wohnungen am Deutschen Haus, am Lokschuppen, im Canteleu-Viertel, der Rütgers-Fläche und der Hamburger Straße.” Sie bezweifelt den Bedarf für 500 weitere Wohneinheiten und warnt vor einer Konkurrenz zwischen alten und neuen Wohnungen.
Bus könne es nicht geben
Eine Busverbindung durch das neue Wohngebiet wird es nicht geben. „Den Bus schaffen wir nicht durch das Viertel”, sagt ein Verwaltungsvertreter auf Nachfrage von Stefan Menk (CDU). Die Stadtbusse werden auf der Bremer Straße, also jeweils am Rande der Gebiete halten müssen.
Die Rahmenplanentwürfe sind erste grobe Skizzen, wie das neue Wohngebiet aussehen könnte. Sie zeigen mögliche Standorte für Häuser, Straßen und Grünflächen – aber noch ohne Details. Das Projekt steht ganz am Anfang: Die Politik muss erst grundsätzlich entscheiden, wie und ob das Wohngebiet überhaupt gebaut werden soll. Erst danach werden detaillierte Fachgutachten beauftragt und konkrete Baupläne erstellt.
Die weitere Planung soll parallel mit Fachgutachten zu Flora, Fauna und Fledermäusen erfolgen. „Das beschäftigt uns mindestens ein drei viertel Jahr. Biologen wachsen nicht auf Bäumen”, erklärt die Verwaltung. Die Politiker können sich jetzt mit dem Projekt beschäftigen. Dannach soll ein Beschluss über die Rahmenplanung im November gefasst werden. (JOTO)











