Buchholz in der Nordheide. Sieben Millionen Euro Gewerbesteuer-Nachzahlungen von Unternehmen bringen dem Buchholzer Haushalt 2025 eine unerwartete Entlastung. Erster Stadtrat Dirk Hirsch berichtete im Finanzausschuss von der positiven Entwicklung. Die Nachzahlungen könnten einen Großteil des geplanten Haushaltsdefizits ausgleichen.
Die Abrechnung für 2023 sei laut Hirsch eingetroffen und habe gezeigt, dass Unternehmen weniger vorausbezahlt hatten, als ihr tatsächlicher Gewinn betrug. Auch für 2024 rechnet die Verwaltung mit entsprechenden Nachzahlungen im nächsten Jahr.
Trotz der erfreulichen Entwicklung bei der Gewerbesteuer bleibt die grundsätzliche Finanzlage angespannt. Die Verwaltung prognostiziert weiterhin ein jährliches Defizit von vier Millionen Euro für die kommenden Jahre. Der Grund: Alle anderen Einnahmen stagnieren, während die Ausgaben stetig steigen. buchholz-aktuell.de berichtete über die möglichen Einsparungen und Steuererhöhungen.
Landkreis stoppt Investitionen
Die prekäre Finanzlage hat bereits Konsequenzen: Der Landkreis Harburg genehmigte den städtischen Haushalt nur unter Auflagen. Investitionen in Höhe von 21 Millionen Euro – darunter ein Feuerwehrhaus, Kita-Gebäude und der Umbau im Bahnhofsbereich – können derzeit nicht freigegeben werden. „Wenn Kredite nicht bezahlt werden können, dürfen wir das nicht”, erläuterte Hirsch die Situation.
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Bis Januar 2026 muss die Stadt einen Nachtragshaushalt vorlegen, der das strukturelle Defizit ausgleicht. Gelingt dies nicht, bleiben die geplanten Investitionen blockiert. Ausschussvorsitzende Sophie Arps (CDU) betonte: „Wir werden das Problem heute Abend nicht lösen.”
Obwohl die Gewerbesteuer-Nachzahlungen kurzfristig Entspannung bringen, sieht Hirsch die langfristige Herausforderungen. Die Einkommensteuer steige durch Lohnsteigerungen etwas, aber alle anderen Einnahmen stagnierten. Gleichzeitig wachse die Stadt und damit auch der Bedarf an Infrastruktur.
Jetzt sollen die Fraktionen in kleinen Gremien die Vorbereitungen für den Nachtragshaushalt erarbeiten. Hirsch betonte, dass ein Gesamtpaket geschnürt werden müsse: „Es wird nicht die eine Lösung geben.” (JOTO)











