
Buchholz in der Nordheide/Dibbersen. Nach acht Jahren Planung ist es soweit: Die Bagger rollen im neuen Baugebiet „Sonnenberg” in Dibbersen. Beim ersten Spatenstich griffen Vertreter der Volksbank Lüneburger Heide, der Gesellschaft für Entwickeln und Bauen (GEB) und Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) gemeinsam zum Spaten. Aus der Luft sind bereits die künftigen Wege des Wohngebiets zu erkennen.
Das 3,2 Hektar große Areal zwischen bestehender Bebauung und Ackern wird Platz für 45 Wohneinheiten bieten. „Wir haben ein gemischtes Angebot mit einem kleinen Mehrfamilienhaus, Reihenhäusern, Einfamilienhäusern und Doppelhäusern”, sagt Laura Arp-Greive von der Volksbank Lüneburger Heide. Die Nachfrage ist enorm: Über 600 Interessenten haben sich in den letzten Jahren bereits auf die Warteliste setzen lassen.
Die lange Planungsphase seit 2017 hatte ihre Gründe. „Die Diskussionen waren in Teilen ermüdend”, räumt Bürgermeister Röhse ein. Besonders die Abstimmungen mit dem Ortsrat und den verschiedenen Ausschüssen zogen sich hin. Rolf Scheibel von der GEB erinnert sich an für ihn kuriose Einwände: Ein Ratsmitglied hatte sich gegen das Baugebiet ausgesprochen, weil der Wolfspopulation Nahrungshabitat verloren ginge.
+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Kritik gab es außerdem von verschiedenen Parteien und Bewohnern an der Versiegelung der Fläche durch die Wohnbebauung und am Wachsen des Stadtteils Dibbersen im Allgemeinen.
Dibberser werden bevorzugt
Bei der Vergabe der Grundstücke sollen vor allem Einheimische zum Zug kommen. „Wir wollen darauf achten, dass wir gerade die Dibberser bevorzugen”, betont Friederike Bischoff von ImmoKonzepte, die die lange Interessentenliste verwaltet. Der Vermarktungsstart ist für Anfang 2026 geplant.
Robert Bergmann von der GEB erklärt das Vorgehen: „Wenn das nicht komplett nach Dibbersen verkauft wird, dann öffnen wir das Stück für Stück.” Die Volksbank erschließt dabei nur die Grundstücke – gebaut wird von den künftigen Eigentümern selbst. Eine Ausnahme bildet das Mehrfamilienhaus, das an einen Investor vermarktet wird.
Besondere Extras für nachhaltiges Wohnen
Das neue Baugebiet wartet mit einigen Besonderheiten auf. Für jede Wohneinheit bezuschusst die Volksbank den Kauf eines Lastenrads mit 1.000 Euro. „Das ist unsere Art, wie wir die Mobilität hier noch mal Richtung Fahrradfahren unterstützen”, erklärt Arp-Greive. Im Vergleich zu anderen Förderstellen sei das Verfahren unkompliziert – ein Kaufnachweis genüge.

Eine freie Paketstation am Eingang soll den Lieferverkehr aus dem Wohngebiet heraushalten. Hier können alle gängigen Paketdienste, aber auch lokale Anbieter wie die Gemüsekiste liefern. Die Station steht nicht nur den künftigen Bewohnern, sondern allen Dibbersern zur Verfügung.
Grünflächen und Spielplätze
Zwischen Wohnbebauung und freier Landschaft entsteht eine große Grünfläche mit Obstbäumen. Ein zentraler Spielplatz in der Mitte des Gebiets ergänzt das Angebot.
Mit der Feuerwehr wurden spezielle Aufstellflächen für Einsatzfahrzeuge festgelegt. Diese werden sowohl im Bebauungsplan als auch in den Kaufverträgen verbindlich geregelt – eine Besonderheit, die es in dieser Form bisher nicht gab.
Infrastruktur passt
Bürgermeister Röhse sieht Dibbersen gut gerüstet für die neuen Bewohner. Zwar sei die Ladeninfrastruktur im Stadtteil selbst überschaubar, aber das Fachmarktzentrum liege quasi gegenüber: „Viele Arbeitsplätze sind hier vor der Tür.”
Frank Krause von der Volksbank ergänzt: „Wir haben hier hinten gleich die Schule, wir haben hier fünf Kindergärten. Zum nächsten Einkaufszentrum sind vielleicht anderthalb Kilometer.”
Archäologische Funde gesichert
Bei den Voruntersuchungen stießen die Planer auf Spuren der Vergangenheit. Neben Siedlungsresten der Sachsen wurden auch Teile eines Flugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen. Die archäologischen Funde sind dokumentiert und gesichert.
Bis Juni 2026 soll die Erschließung abgeschlossen sein. Dann können die Hochbauarbeiten beginnen. Für alle künftigen Bauherren ist eine Informationsveranstaltung zu nachhaltigen Bauweisen geplant – eine weitere Vereinbarung zwischen Entwickler und Stadt Buchholz.
Die Kampfmitteluntersuchungen sind abgeschlossen, die Versickerung des Oberflächenwassers ist geregelt. Nach acht Jahren Planung und Diskussion kann Dibbersen nun wachsen. (JOTO)












