Buchholz in der Nordheide. Während in Buchholz die letzten Vorbereitungen für den Start des E‑Carsharing-Projekts „Dorfstromer” laufen, berichtet Astrid Albers-Pestke (CDU) im Gespräch mit buchholz-aktuell.de von ihren persönlichen Erfahrungen mit der E‑Mobilität. Die Stadträtin und stellvertretende Ortsbürgermeisterin von Trelde testete das Dorfstromer-System aus einem anderen Gebiet bereits im Sommer. Ihr Fazit fällt gemischt aus.
„Ich mag das System und das Fahren mit dem Elektro-Auto”, sagt Albers-Pestke. Doch die Realität zeige auch Schwachstellen: „Die Ladestationen in Buchholz sind überall unterschiedlich, man braucht verschiedene Karten und die Ladegeschwindigkeiten variieren stark.” Besonders kritisch sieht sie die Situation am Parkplatz vor dem Buchholzer Rathaus: „Die Ladestation dort ist grottig, man bekommt kaum Strom. Besucher am Rathaus sind aufgeschmissen.”
Die CDU-Politikerin, die selbst keine private Ladestation besitzt, sieht noch Verbesserungsbedarf: „Buchholz ist auf E‑Autos noch nicht vorbereitet. Ich verstehe jeden, der nur Hybrid fährt.” In ihrem Wohnort Trelde befindet sich eine vom Bund geförderte Ladestation „versteckt, hinter einer nicht ausgebauten Strecke, am Ende einer Sackgasse”.
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Sie fordert: „Wir sollten uns als Partei für eine bessere Ladeinfrastruktur in Buchholz einsetzen.” Den Dorfstromer-Wagen holte sie für ihre sieben Tage lange Testphase noch aus Hamburg-Fischbek in die Nordheide-Stadt.
Projekt startet am Caspers Hoff
Die Vorbereitungen für das Projekt „Dorfstromer” in Buchholz laufen derweil auf Hochtouren. Geplant ist, dass ab diesem Monat zwei E‑Autos in Buchholz zur Miete bereit stehen. „Die Ladesäule wird zurzeit auf dem Caspers Hoff hergestellt”, sagt Oliver Sander, Pressesprecher der Stadt Buchholz. Die Kleinwagen sind bereits bestellt.
Das Projekt in Buchholz ist zunächst ein Testballon, wie Oliver Sander betont. „Wenn es gut angenommen wird, dann können wir sicherlich über eine Ausweitung nachdenken.” Es gäbe schon Interesse aus weiteren Ortsteilen. Das Projekt wurde auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, der Gruppe SPD/Linke, der FDP-Fraktion, der Buchholzer Liste, der CDU-Fraktion und der fraktionslosen Eschment-Reichert eingeführt.

Aktuell geht die Stadt noch von einem Zuschussgeschäft aus: Buchholz trägt die Kosten, die durch Nutzungsgebühren nicht aufgefangen werden können. Im Doppelhaushalt 2025/2026 sind dafür Zuschüsse von jeweils 20.000 Euro pro Jahr eingeplant.
So funktioniert das Carsharing-System
Die „Dorfstromer” sind als Verein organisiert. Wer die E‑Autos nutzen möchte, muss Vereinsmitglied werden. Der Beitrag startet bei 5 Euro pro Monat. Die Buchung erfolgt ausschließlich über ein Online-Portal oder eine Smartphone-App. Mit der App lassen sich die Fahrzeuge auch öffnen und verschließen. Start und Ende der Ausleihe ist in Buchholz immer die Ladestation am Caspers Hoff.
Praktische Details zur Nutzung
Die Nutzungskosten betragen aktuell sechs Euro pro Stunde, inklusive 250 Kilometer Fahrleistung. Jeder weitere Kilometer wird mit 30 Cent berechnet. Für eine Nutzung über Nacht fallen maximal 25 Euro an, ein Wochenende kostet höchstens 75 Euro. Das Laden ist in den Preisen bereits enthalten.
Der Test kostete die Kommunalpolitikerin Albers-Pestke in einer Woche rund 600 Euro. Dennoch steht sie dem Projekt in Buchholz sehr positiv gegenüber: „Ich werde auf jeden Fall den Dorfstromer nehmen, wenn das Projekt in Buchholz startet.”
Insbesondere weil das Ausleihen dann deutlich flexibler und damit günstiger ist. Außerdem gibt es kaum Alternativen in der Nordheide-Stadt. (JOTO)











