Buchholz in der Nordheide. Der städtische Buchholz Bus kürzt seine Fahrzeiten ab Montag, 15. September, drastisch ein. Künftig verkehren die Busse auf den drei Stadtbusslinien wochentags nur noch von 6.30 Uhr bis 20.00 Uhr und samstags lediglich von 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr. Dies geht aus einer aktuellen Mitteilung der Verkehrsbetriebe hervor. Dr. Christian Kuhse, Geschäftsführer der Stadtwerke Buchholz erläutert gegenüber buchholz-aktuell.de die Hintergründe.
Bislang fahren die Busse der Linien 4101, 4102 und 4103 wochentags morgens und abends jeweils eine Stunde länger. An Samstagen begann der Betrieb um 7.30 Uhr und endet erst um 21 Uhr – also waren sie fünfeinhalb Stunden länger als künftig unterwegs.
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Die Verkehrsbetriebe begründen die Einschnitte mit mangelnder Nachfrage in den Randzeiten: Die Busse würden im Durchschnitt wochentags nur von einer Person und samstags von ein bis zwei Personen genutzt, obwohl sie über 90 Plätze verfügen. Das ergab eine Kosten Nutzen Analyse. „Beispielsweise in den Morgenstunden haben unsere Systeme im Durchschnitt lediglich einen Fahrgast pro Bus gezählt”, sagt Kuhse.
„Wir prüfen permanent unser System auf Optimierung. Darunter fallen die Linienführung und Synergien mit dem Busverkehr des Landkreises Harburg”, erklärt Kuhse. In der Lininenführung sehen sowohl das Unternehmen, als auch externe Gutachter, keine weitere Optimierung. Grund hierfür sei unter anderm der starke Verkehr in der Stadt.
Der städtische Busbetrieb schreibt seit Jahren rote Zahlen. Allein im Jahr 2024 belief sich der Verlust auf rund 1,6 Millionen Euro. „Wir gleichen Verluste beim Buchholz Bus durch andere Wirtschaftszweige intern aus”, sagt Kuhse im Gespräch mit buchholz-aktuell.de.
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Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) warnte schon im Dezember vor Einschnitten bei freiwilligen Leistungen wie dem Buchholz Bus. Der aktuelle Haushalt wurde vom Landkreis nur unter harten Auflagen genehmigt und es wurden sogar Projekte gestoppt.
Mehrere 100.000 Euro sollen nun durch die Maßnahmen beim Buchholz Bus eingespart werden. Das erwartet der Stadtwerke Chef. Grund hierfür: Der Dienstleister des Buchholz Bus wird nach gefahrenen Kilometern bezahlt.
Ausschreibung und Neuvergabe stehen bevor
Parallel zu den Fahrplankürzungen läuft die Vorbereitung einer europaweiten Ausschreibung für die Neuvergabe der Busverkehrsleistungen. Diese wurde notwendig, da der aktuelle Vertrag mit der KVG im kommenden Jahr ausläuft. Die neuen, reduzierten Fahrzeiten sind bereits Teil der Ausschreibungsunterlagen.
Die Ausschreibung sieht einen Vertrag mit fünfjähriger Laufzeit vor. Ab September 2026 soll der neue Dienstleister den Betrieb übernehmen – ob dies weiterhin die KVG sein wird, entscheidet sich im Ausschreibungsverfahren. Die vergleichsweise kurze Vertragslaufzeit bis 2031 wurde bewusst gewählt, da ab diesem Zeitpunkt ein neues EU-Gesetz greift, das unter anderem den Einsatz von E‑Bussen vorschreibt. (JOTO)
Dienstag, 2. September 2025, 15 Uhr:
Dieser Artikel wurde aktualisiert: In einer vorigen Version dieses Artikels beantworteten die Stadtwerke Buchholz unsere Fragen nicht. Erst nach Veröffentlichung nahmen die Stadtwerke Stellung. Die vorige Überschrift „Buchholz Bus kürzt überraschend Fahrzeiten und mauert bei Nachfragen” haben wir angepasst. Auch Teile des Artikels wurden durch die Antworten der Stadtwerke ergänzt.












