
Buchholz in der Nordheide. Zwei Wochen nachdem in Hamburg rund 260.000 Menschen beim Christopher Street Day (CSD) für Vielfalt und Toleranz demonstriert haben, sind auch in dem eigentlich beschaulichen Buchholz Menschen aufgestanden, um zu demonstrieren. Zwischen 250 und 300 Menschen – so schätzte es die Polizei – trafen sich am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein auf dem großen Platz am Peets Hof.
Eine bunte Mischung aus „Omas gegen Rechts“, Familien mit Kindern, Menschen mit Hundemasken und einigen wenigen knallbunt gekleideten und geschminkten Menschen, bei denen auf den ersten Blick nicht ganz klar war ob Mann oder Frau. Aber genau das war auch die Botschaft dieses ersten CSDs in der Geschichte von Buchholz. „Wir sind eine queere, bunte Familie mit vielen Lesben und Schwulen im Freundeskreis. Ich liebe Männer und Frauen, und unser vierjähriger Sohn liebt Kleider“, berichtet Isabell begeistert. „Ich möchte, dass unser Sohn in einer Welt aufwachsen kann, in der es total egal ist, wer wen liebt.“
+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Auch die 72-jährige Gaby, die extra aus Seevetal mit Ehemann, Tochter und Schwiegersohn angereist war, wollte ein Zeichen setzen. „Ich bin eine Bürgerin dieses Landes, und ich kämpfe dafür, dass jeder Mensch ein Recht auf Würde und Menschenrechte hat“, erklärte sie und schwenkte dabei ein Plakat mit der Aufschrift „CSD statt AFD – Gemeinsam laut, bunt und widerständig.“

Die Forderung, nicht nur der queeren Gesellschaft gegenüber tolerant zu sein, mischte sich bei vielen der Demonstranten mit dem klaren Bekenntnis gegen die AFD und gegen Nazis, wie auf vielen Plakaten zu lesen war. Das blieb nicht ohne Folgen: Ein offensichtlicher AFD-Sympathiesant filmte die Kundgebung. Eine Tatsache, die bei vielen Anwesenden für Ärger sorgte, so dass sich schließlich Polizeibeamte um den Filmer kümmerten.
Nach einer rund einstündigen Demonstration durch Buchholz endete der Tag mit Konzerten der Band „Die frivolen Frauenhelden“ aus Hamburg und der Band „Thömas“ aus Buchholz. Mitorganisatorin Pia Lucienne Bänecke, Mitglied im Stadtrat und bei den Grünen in Buchholz, zeigte sich sehr zufrieden mit der Beteiligung am CSD. „Mehr Menschen hätten wir mit unseren Ordnungskräften gar nicht händeln können. So war es perfekt“, strahlte sie.











